5 wertvolle Tipps von FORRESTER für die Auswahl Ihres EAM-Tools

In der Forrester-Wave wurden die bedeutendsten Hersteller von EAM-Tools anhand von 40 Kriterien bewertet. Wir haben bei Gordon Barnett, Principal Analyst bei Forrester, nachgefragt: "Welche Kriterien müssen Unternehmensarchitekten bei der Auswahl eines EAM-Tools, im Hinblick auf das Erreichen der Unternehmensziele, berücksichtigen?"

Wichtige strategische Entscheidungen in Bezug auf das Unternehmen treffen sich nicht von alleine. Um die Bedürfnisse Ihres Unternehmens sowie die Anforderungen, welche Sie an einen Partner oder eine bestimmte Dienstleistung stellen, zu verstehen, ist eine detaillierte Analyse essentiell.

 

Für den Bereich Enterprise Architecture Management bestehen zunehmend die Erwartungshaltungen, zum einen das Geschäftsergebnis zu verbessern und zum anderen jede Stellschraube des Unternehmens zu kennen. Aus diesem Grund haben wir – nachdem wir mit unserer EAM-Suite ADOIT als ein weltweiter Leaderaus der Forrester Wave für Enterprise Architecture Management Suites hervorgingen – einige wichtige Fragen an Gordon Barnett, Principal Analyst bei Forrester und Autor der Forrester Wave, gestellt, um Ihnen deren Vision einer „Digital Experience Strategy“ zu präsentieren. Darüber hinaus wurde auch der Scope von EAM und vieles mehr thematisiert. Hier präsentieren wir Ihnen nun die Ergebnisse des exklusiven und interessanten Interviews bezogen auf den EAM-Markt sowie die mit EAM verbundenen Chancen und wesentlichsten Merkmale.

 

1. Zentrale Ergebnisse

F: Gordon, in Ihrem Bericht "The Forrester WaveTM, EA Management Suites, Q2 2017", erwähnen Sie, dass entsprechende Strategien für das „digitale Erlebnis“ zentrale Treiber für EAM sind. Auf welche Ergebnisse muss bei der Auswahl eines EAM-Tools besonders geachtet werden, um den Schritt in Richtung eines kundenorientierten, vom „digitalen Erlebnis“ getriebenen EAMs erfolgreich zu gehen?

 

G.B: Heutzutage legen Unternehmen einen starken Fokus auf die Kundenorientierung und übernehmen vermehrt digitale Geschäftsmodelle. Dadurch sind Unternehmensarchitekten gefordert, sich neue Kompetenzen anzueignen, wie z. B. ein Verständnis von Rollen, Customer Journeys, Business Services, Geschäftsplattformen, Wertschöpfungsketten, APIs und Micro Services sowie die Fähigkeit der Strategieübersetzung. Aktuell fehlen den EAM-Experten und ihren Geschäftspartnern jedoch noch die passenden Tools, um ihre Architektur modellieren und bewerten zu können und somit die richtige Unterstützung bei der Interaktion mit ihren Kunden zu erhalten. Mögliche Unterstützungen, die ein EAM-Tool liefern könnte, umfassen Vorlagen zur Erfassung u.a. von Rollen, Customer Journeys und Strategiedefinitionen. Darüber hinaus sollte es möglich sein in Diagrammen die Abhängigkeiten von strategischen Zielen, Rollen, Interaktionen, Services, APIs / Micro Services, Geschäftsaktivität und Geschäftsfähigkeit aufzuzeigen. Letztlich sollte auch die Möglichkeit bestehen Architektur-Roadmaps (nicht zu verwechseln mit Projekt-Roadmaps) zu definieren, die übersichtlich den Ist-Zustand, den angestrebten Ziel-Zustand sowie die Übergänge von einem zum anderen Zustand abbilden.

 

2. Unternehmensergebnisse

F: In der Wave erläutern Sie, dass im Scope von EAM erst kürzlich ein Wechsel stattgefunden hat – von der reinen Technologiebetrachtung hin zu einem ganzheitlicheren IT-Asset-Management-Ansatz, der sich auf die operative Umsetzung der Unternehmensstrategie konzentriert. Worauf sollten also Käufer bei der Evaluierung eines Tools achten, um den Herausforderungen, die Unternehmensergebnisse zu erreichen, gerecht zu werden?

 

G.B: Die „Übersetzung“ der Unternehmensstrategie ist zu einer Kernkompetenz für Unternehmensarchitekten geworden. Daher muss bei der Tool-Auswahl zunehmend darauf geachtet werden, inwieweit das Tool Unternehmensarchitekten bei der Abbildung der strategischen Absichten Unterstützung bietet. Beispielsweise bei der Erfassung unternehmerischer Herausforderungen, Schwerpunkten des Unternehmens (Ansoff-Matrix, Treacy-Modell), den spezifischen unternehmerischen Tätigkeiten und den zu erwartenden Ergebnissen. Mit diesen Informationen können Unternehmensarchitekten die zugrundeliegenden unternehmerischen Tätigkeiten betrachten und sich mit den architektonischen Herausforderungen (Rollen, Prozessen, Daten, Technologien) beschäftigen, die wiederum die Basis für diese Tätigkeiten legen. Dadurch bekommen Unternehmensarchitekten die Chance die Ausrichtung der Unternehmensarchitektur (z. B. Entwicklung von Fähigkeiten, Einsatz von Technologien, etc.) und die damit verbundenen, spezifischen Aktivitäten zu definieren (z. B. Übersiedlung eines Systems oder Bereitstellung eines Service über eine API oder als Micro Service). Diese Aktivitäten können an den strategischen Zielen ausgerichtet werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Unternehmensarchitektur aus einer ganzheitlichen Sicht betrachtet wird und nicht nur aus einer rein technologischen Perspektive. Ein wichtiger daraus resultierender Faktor ist, dass Tools Funktionen bereitstellen, um jederzeit den Überblick über die Weiterentwicklung des Ist-Zustands zu behalten.


3. IT-Portfoliomanagement

F: Für EAM-Experten ist es wichtig, konkrete Ziele mit einem klar definierten Wert für das Unternehmen zu erreichen. Wie viel Aufwand sollte für das IT-Portfoliomanagement über alle Unternehmensebenen hinweg investiert werden, als Basis für eine effektive Entscheidungsfindung? Oder sollte der Fokus vielmehr auf der anlassbezogenen Betrachtung und Entwicklung der direkt betroffenen Bereiche (in Bezug auf die Umsetzung der jeweiligen strategischen Ziele) liegen?

 

G.B: Der Fokus der meisten Unternehmensarchitekten von Unternehmen die eine digitale Transformation durchlaufen liegt darin, die Agilität des Unternehmens zu unterstützen. Eine Architektur, die eine Veränderung in eine strategische Richtung effizient unterstützen kann, ist eine Art Heiliger Gral. Es ist daher wichtig, dass Unternehmensarchitekten in den IT-Portfoliomanagement-Prozess des Unternehmens involviert werden, auch wenn sie diesen weder steuern noch verantworten. Unternehmensarchitekten sollten jedenfalls in der Lage sein, einen Business Case für die Änderung der technologischen Basis zu definieren. Beispielsweise für die Umstellung auf eine „Best of Bread“-COTS-Umgebung, eine Plattformarchitektur, eine AI-basierte Umgebung, eine Cloud-Architektur oder auch eine Hybridlösung aus den zuvor genannten. Unternehmensarchitekten müssen dabei einen klaren Blick auf die Abhängigkeiten zwischen den physischen, logischen und konzeptionellen Schichten der Architektur haben. Der Großteil dieser Informationen wird dabei jedoch von Fachexperten außerhalb des EAMs bereitgestellt. Einer agilen Arbeitsweise folgend, verfolgen die EAM-Kunden von Forrester zwei unterschiedliche Ansätze. Der erste fokussiert auf einen ganzheitlichen Ansatz, d. h. auf die Strategie. Das EAM-Team konzentriert sich dabei auf die Definition des angestrebten Ziel-Zustands in puncto strategischer Ziele, Produkte sowie architektonischer Rahmenbedingungen (Prinzipien, Standards, Leistungskriterien) und weniger auf das Design und die Lösungsfindung. Diese Tätigkeiten werden den Designteams, als Teil der Scrum-Teams, überlassen. Das EAM-Team „lenkt“ die Entwicklerteams. In diesem Ansatz konzentriert sich das EAM-Team vorrangig auf das Ziel, nicht auf den Weg dorthin und legt den Fokus auf eine End-to-End-Betrachtung. Im zweiten Ansatz arbeitet das EAM-Team direkt innerhalb von agilen Teams und nimmt im Wesentlichen die Rolle des Designers oder Produkteigners ein. Der Fokus liegt darauf möglichst rasch eine tragfähige Architektur bereitzustellen, um die Einführung von Softwareprodukten zu beschleunigen. Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Unternehmen, die den zweiten Ansatz verfolgen, größere Schwierigkeiten haben, ihre technologische Basis neu zu gestalten.

 

 

4. Echtzeitdaten

F: Die Bereitstellung von EAM-Ergebnissen auf Basis klar definierter Unternehmensziele scheint also der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Wie gut unterstützen Ihrer Meinung nach die Tool-Hersteller die EAM-Teams dabei, die Auswirkungen dieser Ergebnisse zu messen und inwiefern spielt dabei die Echtzeitüberwachung dieser Daten eine Rolle?

 

G.B: Das gesamte Thema rund um die Messung der EAM-Ergebnisse wird zurzeit noch nicht ausreichend von den EAM-Anbietern unterstützt. Forrester hat festgestellt, dass ihre Kunden bei der Analyse der EAM-Performance verschiedene Kategorien berücksichtigen. Wird z. B die Performance der digitalen Transformation bewertet, vergleichen Unternehmensarchitekten typischerweise das Verhältnis der digitalen Produkte und Dienstleistungen in Relation zur Gesamtheit an Produkten und Dienstleistungen. Eine steigende Tendenz würde die Fähigkeit der Architektur, die digitale Transformation des Unternehmens positiv zu unterstützen, widerspiegeln. In Bezug auf „Customer Experience“, werden bspw. Messungen hinsichtlich der Effektivität oder Benutzerfreundlichkeit noch nicht von den EAM-Tools unterstützt. Nur sehr wenige EAM-Tools bieten die Möglichkeit, Architekturentscheidungen zu erfassen und diese den strategischen Zielen gegenüberzustellen. In einem agilen Umfeld ändert sich die technologische Basis rasant und daher ist es entscheidend, dass Unternehmensarchitekten die Information über die jeweils aktuelle Architektur in Echtzeit oder nahezu in Echtzeit erhalten, sodass bei negativen Entwicklungen rechtzeitig notwendige Korrekturmaßnahmen ergriffen werden können. 


Bei EAM-Teams zeichnet sich zunehmend der Trend ab, zusätzlich Echtzeit- oder nahezu-Echtzeit-Informationen für Führungskräfte auf einer Plattform bereitzustellen. Diese Informationen dienen ergänzend zu den Informationen, die den Führungskräften bereits vorliegen, und helfen ihnen dabei, auf unerwünschte Ereignisse und fehlgeschlagene Maßnahmen angemessen zu reagieren. Ein Beispiel dafür wäre die Gegenüberstellung der tatsächlichen und der prognostizierten Ziele, z. B. in den Bereichen Kundenzufriedenheit, Umsatz, Kosten oder Nutzung von Vertriebskanäle. Nur sehr wenige EAM-Tool-Anbieter befassen sich mit dieser Thematik, da sie ihren Fokus bewusst auf die Anforderungen der EAM-Teams legen, während die Bedürfnisse der EAM-Stakeholder oftmals außen vorgelassen werden. Würden EAM-Tool-Anbieter auf diesen Trend aufspringen und versuchen die Anforderungen der „Nicht-EAM-Teammitglieder“ zu berücksichtigen, so würde ihnen dieser Mehrwert definitiv einen Wettbewerbsvorteil am EAM-Markt verschaffen.

 

5. Stakeholder-Bedürfnisse

Q5: Im Abschnitt "Current Offering" der Wave haben Sie der Beteiligung von Stakeholdern die größte Bedeutung beigemessen (45 %). Welche Faktoren sind ausschlaggebend, um es den nicht direkt in EAM involvierten Stakeholdern zu ermöglichen, sich im Sinne der Unternehmensarchitektur einzubringen? 

 

G.B: Unternehmen übernehmen zunehmend agile Arbeitsweisen, was dazu führt, dass Unternehmensarchitekten nicht mehr losgelöst, sondern vielmehr mit Kollegen aus dem Technologie-, Prozess-, Daten- und Geschäftsumfeld zusammenarbeiten müssen. Daher sind folgende Faktoren von Käufern zu berücksichtigen: 1) Die Visualisierung von Architekturinformationen ist wesentlicher als das reine „Zeichnen“ von Architekturen. 2) Transparenz über Architekturentscheidungen – welche Entscheidungen wurden getroffen, von wem, unter welcher Begründung, unter welchen Annahmen, was wurde noch berücksichtigt, wer war involviert, etc. 3) Die Erfassung von Informationen zur Gewährleistung der Datenkonsistenz muss in leicht verständlicher Form erfolgen, z. B. Freihandzeichnungen, Modellvorlagen. 4) Funktionalität für die Kollaboration, mit welcher unterschiedliche Vorschläge berücksichtigt, überprüft, hinterfragt, Änderungen akzeptiert oder abgelehnt werden können. 5) Strategie-bezogenes Reporting.

 

*Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine Übersetzung. Lesen Sie hier das gesamte Interview in der englischen Orginialfassung.

 

Wir freuen uns sehr über diesen Gastbeitrag und den wertvollen Austausch mit Forrester. Wir, bei der BOC Group, sind ständig darum bemüht, uns selbst sowie auch unsere Produkte laufend zu verbessern. Unser Ziel ist es, Ihnen mit unseren Produkten eine ideale Grundlage zu bieten, damit Sie Ihre Unternehmensziele dank richtiger Entscheidungen erreichen können.

 

 

Auf der Suche nach einem EAM-Tool, dass Ihren Anforderungen entspricht? Finden Sie hier weitere Informationen über unsere EAM-Suite ADOIT!

 

Wir freuen uns darauf, Sie beim Erreichen Ihrer Unternehmensziele unterstützen zu können!